Der Halbmond

Legende von den drei Frauen des Sonnengottes

(Kogi-Mythologie)

Vor vielen, vielen Jahren, als die Welt gerade erst entstanden war, wohnte der Sonnengott allein im Himmel und hatte keine Gefährtin. Er fühlte sich sehr einsam und nahm in seiner Verzweiflung einen Frosch zur Frau. Dieser Frosch war aus Gold und diente dem Sonnengott als Hocker, wenn er sich hinsetzen wollte, um auszuruhen. Sobald er aber wieder aufstand, sprang der Frosch davon und ging auf Futtersuche. Dieses Verhalten verärgerte den Sonnengott sehr, aber am meisten erzürnte ihn dessen Neigung zur Untreue. Der Frosch trieb es so dreist, dass der Sonnengott ihn schließlich verstieß. Er warf ihn hinunter auf die Erde, zerschmetterte ihn in tausend Stücke und verwandelte jedes einzelne Teil in einen Frosch. Seither hassen alle Frösche die Sonne und rufen ständig mit ihrem Gesang den Regen herbei, um das Licht der Sonne zu verdunkeln.

Danach suchte der Sonnengott eine andere Frau und wählte die Schlange. Er heiratete sie, aber alles verlief ähnlich wie mit dem Frosch. Schließlich wurde auch die Schlange aus dem Reich des Sonnengottes verbannt.

Als der Sonnengott die Mondgöttin sah, verliebte er sich und heiratete sie. Da die Mondgöttin sehr intensiv leuchtete, verdeckte sie ihr Gesicht mit einer Maske, um weniger Glanz auszustrahlen als ihr Gatte. Deshalb erscheint sie nach Vollmond jede Nacht etwas später am Himmel, bis sie endlich erst am ganz frühen Morgen aufgeht und mit dem Sonnengott zusammentrifft. In diesem Moment sind beide jung und glücklich vereint.

Die Legende gehört zur Tairona-Kultur, die in der Sierra Nevada de Santa Marta beheimatet war, wo heute ihre Nachfahren, die Kogi, leben. Dieses Schmuckstück könnte symbolisch die drei Frauen des Sonnengottes repräsentieren: In der Mitte befinden sich die Schenkel des Frosches, die üblicherweise als Nasenschmuck getragen wurden. Unterhalb der Schenkel ist die Form des Halbmondes zu erkennen, und außen herum sieht man die aufgerollte die Schlange.

Die Eidechse

Eidechse

Der Vorgang der alljährigen Häutung der Reptilien steht für den Prozess der Umwandlung und Erneuerung. Die Indios sahen in der Fähigkeit der Eidechse, in Winterstarre zu fallen und im Frühjahr wieder aktiv zu werden, ein Symbol für Tod und Wiedergeburt. Wegen ihrer Abhängigkeit von der Sonne galt die Eidechse als Sinnbild für die Suche der Seele nach Erleuchtung.

Das männliche Geschlechtsteil in Form eines Ankers sahen die Indios als Symbol der Fruchtbarkeit an

 

Der Frosch

Der Frosch wurde von den Indios ganz besonders verehrt als Symbol für Fruchtbarkeit und Transformation, die in der Metamorphose – der Umwandlung vom Laich über die Kaulquappe zum Frosch – zum Ausdruck kommt, ebenso wie der Übergang vom Element Wasser zum Element Erde. Für die Goldschmiede war der Frosch ein beliebtes Motiv für Anhänger und Ketten.

 

Die Maske

Sobald die Indios bei ihren rituellen Tänzen Masken aufsetzten, begaben sie sich in eine andere Realität. Die Tänzer nahmen die Identität der mit den Masken verbundenen Wesen an und versetzten sich in deren Welt. Auch ihre Toten schmückten die Indios häufig mit Masken: Zum einen sollte damit dem Gesicht des Verstorbenen Unvergänglichkeit verliehen werden, zum anderen sollte das goldene Antlitz den Dämonen entgegentreten und sie vertreiben.

Im Alltag trugen die Indios kleine Masken als Amulett. Diese Amulette sollten die guten Kräfte des auf der Maske dargestellten Wesens übertragen und so den Träger schützen.

 

Der Schamane

Wie in allen großen Kulturen werden auch hier Mischwesen dargestellt, entweder aus verschiedenen Tieren oder aus Mensch und Tier. Insbesondere die Schamanen hatten die Fähigkeit, sich in Trance zu versetzen und in andere Wesen zu verwandeln, um zu größerem Wissen und einem tieferen Weltverständnis zu gelangen. Auch dabei geht es um spirituelle Transformation.

 

Die Sonne

Der tägliche Auf-und Untergang der Sonne ist ein großartiges Sinnbild für Tod und Wiedergeburt. Deshalb sahen die Indios die Sonne als höchste Gottheit an. Im Gegensatz zur Erde, die als mütterliches Fruchtbarkeitssymbol verehrt wurde, stand die Sonne für die väterliche Seite. Als Wärme- und Lichtspendergalt sie zudem als Quelle des Lebens.

Das Sonnenmotiv wurde vielfältig verarbeitet, als Verzierung von Brustplatten oder eigenständig als Anhänger und Ohrringe. Die Schmuckstücke verliehen dem Träger die Kraft der Sonne.

 

Die Spirale

Die Spirale als Ursymbol verkörpert Unendlichkeit und Wiedergeburt. Mit der Möglichkeit, sie von außen und von innen zu durchlaufen, repräsentiert sie ein Zeichen für Wandlung und Bewegung im Mikro- als auch im Makrokosmus. Als Symbol für den Einzug spiritueller Energien in den Körper hatten spiralige Schmuckformen fast immer einen Bezug zum Kopfbereich. Spiralen waren ein beliebtes Motiv für Nasenschmuck, und bei der Darstellung von Gesichtern dienten sie häufig als Ohren.

 

Der Vogel

 

Die Fähigkeit der Vögel, sich in die Luft zu erheben und lange oben zu bleiben, wurde mit den Exkarnationsriten der Schamanen assoziiert: Unter dem Einfluss spezieller Drogen, deren Wirkung mit derjenigen von Kokablättern nur wenig gemein hat, verließen Geist und Seele zeitweilig den Körper und gelangten in eine andere, transzendente Welt. Vögel wurden auch als Mittler zwischen den Elementen Erde und Luft angesehen. Ein Vogel wurde zumeist als Adler mit ausgebreiteten Flügeln dargestellt. Der König der Lüfte verkörpert Freiheit, Kraft und Stärke und war ein beliebtes Motiv für Schmuckanhänger. Aber auch auf Poporos, den flaschenförmigen Behältern zur Aufbewahrung von Kalk, ist er gelegentlich zu finden.

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